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Krypto-Haltefrist in Deutschland: FIFO und das eine Jahr verständlich erklärt

Deutschland14. Juni 20267 Min. Lesezeit
1 Jahr

In Deutschland gelten Kryptowährungen im Privatvermögen als „andere Wirtschaftsgüter“. Verkaufst du sie innerhalb eines Jahres mit Gewinn, ist das ein privates Veräußerungsgeschäft. Nach Ablauf der einjährigen Haltefrist bleiben Gewinne in der Regel unversteuert. Klingt einfach – die Frage ist nur, welche Coins du eigentlich verkaufst.

Die einjährige Haltefrist

Maßgeblich sind die Regeln für private Veräußerungsgeschäfte im Einkommensteuergesetz. Liegen zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als zwölf Monate, fällt auf den Gewinn in der Regel keine Einkommensteuer an. Verkaufst du früher, zählt der Gewinn zu deinem zu versteuernden Einkommen. Die Frist läuft taggenau ab dem Kauf.

Die früher diskutierte Verlängerung auf zehn Jahre, etwa beim Staking oder Lending, hat die Finanzverwaltung ausdrücklich verworfen. Es bleibt bei einem Jahr.

Wie FIFO funktioniert

Wenn du dieselbe Coin mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft hast, muss klar sein, welche Einheiten du beim Verkauf abgibst. Der übliche Weg dafür ist FIFO – „First In, First Out“: Die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft.

Ein Beispiel: Du kaufst im Januar 0,5 BTC und im August nochmal 0,5 BTC. Im folgenden Februar verkaufst du 0,5 BTC. Nach FIFO verkaufst du die Januar-Coins – die haben die Haltefrist schon überschritten. Die August-Coins liegen noch in deinem Bestand und ihre Frist läuft weiter.

Warum die Reihenfolge alles ändert

Ob ein Verkauf nach einem Jahr liegt oder nicht, hängt davon ab, welche Tranche zuerst dran ist. Ohne saubere FIFO-Aufstellung lässt sich das im Nachhinein kaum rekonstruieren – besonders, wenn die Coins über mehrere Börsen verteilt sind.

Die Freigrenze

Für private Veräußerungsgeschäfte gibt es eine jährliche Freigrenze. Liegt die Summe deiner Gewinne aus solchen Geschäften im Kalenderjahr darunter, bleibt sie unversteuert. Achtung: Es ist eine Grenze, kein Freibetrag. Wird sie überschritten, zählt der gesamte Gewinn, nicht nur der Teil darüber.

Was du dafür brauchst

Um die Haltefrist je Coin überhaupt zu kennen, brauchst du jede Anschaffung mit Datum und Menge – über alle Börsen und Wallets hinweg, in der richtigen Reihenfolge. Transfers zwischen deinen eigenen Wallets dürfen die Frist dabei nicht zurücksetzen.

red. zeigt dir genau das in der Haltedauer-Übersicht: jede Tranche als eigener Balken, mit dem Tag, an dem sie die Jahresmarke überschreitet. Eine reine Datenvisualisierung – keine Bewertung, keine Beratung. So siehst du auf einen Blick, was schon ein Jahr liegt und was noch nicht.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Steuer- oder Rechtsberatung. Regeln können sich ändern und hängen von deiner persönlichen Situation ab. Im Zweifel sprich mit einem Steuerberater. red. ist kein Steuer-Tool, sondern liefert die saubere Datengrundlage.

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